 |  |  |  | Nina Jäckle Zielinski
Rowohlt. Berlin Verlag 2010
Lále heißt eigentlich nicht Lále, sondern Lábán Lenke. Lábán, das heißt auf Ungarisch „auf dem Bein von jemandem“. Niemand außer ihrer Mutter hat sie jemals so genannt. Doch daran, jemals auf dem Bein ihrer Mutter gesessen zu haben, kann Lále sich nicht erinnern. Daher, so denkt sie, passt der Name nicht recht zu ihr. Als Lále nach Deutschland kommt, stellt sich die Frage nach dem passenden Rufnamen erneut. „Lenke“, überlegt sie, könnte sie sich auch nennen. Doch damit werden im Deutschen seltsame Wörter verbunden. „Lenken“, „Link“ oder „linkisch“ zum Beispiel. Und so beschließt sie, auch in Deutschland „Lále“ zu bleiben. Die Frage nach der Identität steht im Zentrum des neuen Romans von Léda Forgó, einer Schriftstellerin ungarischer Herkunft, die 2008 mit dem Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis für Autoren nichtdeutscher Sprachherkunft ausgezeichnet wurde. Sie wird an der Figur der Lále in vielen Facetten verhandelt.
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