Inhalt
Was ist Litrix?
Bücher
Belletristik
Sachbücher
Kinder- und Jugendbücher
Autorenportraits
Übersetzungsförderung Litrix.de
Weitere Förderprogramme
Vorschau

HomeÜber UnsKontaktNewsletterImpressumLinks


  
zur Titelübersicht
 
 Image Christof Gießler
Hubert Warter (IllustratorIn)

Geniale Querköpfe

moses. Verlag
Kempen 2007
ISBN 978-3-89777-333-2
111 Seiten
ab 12 Jahre


Verlagskontakt
Buchbesprechung
Leseproben
Auslandslizenzen
 

Geniale Querköpfe erzählt von Träumern, Schulschwänzern und großen Talenten. Christof Gießler porträtiert in seinem Sachbuch siebzehn, teils bekannte, teils weniger bekannte, in jedem Fall aber eigensinnige Persönlichkeiten auf neue und überraschende Weise.

‚Quer’ durch die Geschichte reichen die Porträts - von Maria Sybilla Merian, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts Flora und Fauna auf Papier festhält, bis hin zu großen Persönlichkeiten der Gegenwart wie Bill Gates und Steven Spielberg. Ebenso ‚quer’ in der Gesellschaft sind die Portraits einzuordnen. Sie erzählen davon, warum aus Kindern Profiboxer wurden, warum sie Stoffteddys nähten, fliegen lernten oder den Dübel erfanden und so zu mehr oder weniger bekannten Naturwissenschaftlern und Literaten, Leistungssportlern, Popmusikern oder Programmierern heranwuchsen.

Dabei stellt der Autor heraus, dass nicht der Ruhm an sich entscheidend ist. Ihm geht es darum, den Weg dorthin aufzuzeigen: „Echte Querköpfe, denen es nicht um das Berühmtwerden geht, sondern um kleine große Dinge, die sie sich in den Kopf gesetzt haben. Um diese Querköpfe geht es in diesem Buch. Und was in so einem Kopf vorgeht, was da stutzig macht und neugierig, was einen packt, fasziniert und Spaß und Freude bringt.“

Gemeinsam ist all diesen „Querköpfen“, dass ihnen der Ruhm nicht in die Wiege gelegt wurde. Fast alle porträtierten Persönlichkeiten stammen aus einem schwierigen Elternhaus, mussten in der Kindheit Armut und Not, gesellschaftliche Ausgrenzung oder eine schwere Krankheit erleiden. Andere waren ‚einfach nur’ Schulversager. Das erleichtert es dem Leser, sich mit dem Menschen hinter dem Genie zu identifizieren und so auch an die eigenen Fähigkeiten und Chancen zu glauben.

Ein solches ermutigendes Beispiel ist David Livingstone, der als Kind in der Fabrik arbeiten musste, um Geld für die Familie zu verdienen. Später erforschte er dann den afrikanischen Kontinent und entdeckte die Viktoriafälle.

Oder Muhammad Ali, der als Schwarzer namens Cassius Clay in einer nordamerikanischen Kleinstadt aufwuchs und aufgrund seiner Hautfarbe benachteiligt wurde. Um sich wehren zu können, lernte er das Boxen und wurde zum berühmtesten Boxer aller Zeiten. Und auch der Lebensweg von Magarete Steiff, die wie viele andere ihrer Zeit unheilbar an Kinderlähmung erkrankte und seit ihrer Kindheit im Rollstuhl sitzen musste und trotzdem als junge Schneiderin das weltberühmte Stofftier mit dem ‚Knopf im Ohr’ erfand, zeigt wie man sich trotz widriger Umstände seinen Lebensmut und Tatendrang bewahren kann.

Die Porträts sind eher kleine Geschichten als wissenschaftliche Aufsätze. Sie vermitteln viele wissenswerte Informationen und entwerfen anhand von Anekdoten, Zitaten und Fakten auf meist nicht mehr als drei Seiten ein liebenswertes Bild der jeweiligen Persönlichkeit. Im Unterschied zu vielen eher sachlich gehaltenen Biografien werden in Christof Gießlers Buch die Personen in kurzen, lebendigen, leicht lesbaren Sätzen beschrieben. Jede Darstellung beginnt mit einem Foto des Porträtierten und seinen wesentlichen biografischen Daten. Hubert Warters originelle Collagen, Illustrationen und detailreiche Zeichnungen, die manchmal an Karikaturen erinnern, ergänzen und bereichern den Text von Christof Gießler.

Geniale Querköpfe ist ein lehrreiches, aber keineswegs ‚belehrendes’ Buch, das Mut macht, nicht aufzugeben, wenn man von einer Sache wirklich begeistert ist. Es ermuntert dazu, sich den allzu klugen Bemerkungen der Erwachsenen über die kindlichen ‚Hirngespinste’ zu widersetzen, und sein Ziel zu verfolgen, damit sich vielleicht eines Tages „Träume und Gedanken zu wundersamen Märchen verketten und die wahre Welt unwirklich [wird] und umgekehrt.“

Imke Borchers
November 2007



  
Druckversion
zum Seitenanfangzur Titelübersicht